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Notbetrieb und Business Continuity der Poststelle

Facility Management: Postdienste » Strategie » Notbetrieb und Business Continuity

Auch bei Ausfall müssen kritische Informationen das Unternehmen erreichen

Eine moderne Poststelle ist zunehmend von Technik und externen Partnern abhängig. Scanner, DMS, Netzwerk, Frankiersystem, Paketstation, digitale Benachrichtigungen und gegebenenfalls ein externer Scandienstleister bilden gemeinsam einen komplexen Prozess. Fällt eine dieser Komponenten aus, muss entschieden werden, welche Leistungen trotzdem aufrechterhalten werden.

Die bestehende Ausführungsplanung enthält bereits einzelne Fallback-Ideen – beispielsweise Alternativen bei Ausfall der Frankiermaschine – und fordert ein Notfallverfahren für besondere Ereignisse im Posteingang. Was fehlt, ist ein durchgängiges Notbetriebsmodell.

Notbetrieb der Poststelle strukturiert absichern

Kritische Postprozesse bestimmen

Nicht jede Leistung benötigt im Notbetrieb dieselbe Priorität.

Besonders relevant können sein:

  • Annahme externer Post,

  • Erkennen von Fristsachen,

  • Empfang kritischer Pakete,

  • dringender Ausgang,

  • vertrauliche Sendungen,

  • Kuriersendungen.

Andere Tätigkeiten können gegebenenfalls vorübergehend warten.

Mögliche Szenarien sind:

  • IT-Ausfall: Scan- und Workflowsoftware nicht verfügbar.

  • Stromausfall: technische Systeme eingeschränkt.

  • Personalausfall: Poststelle personell nicht ausreichend besetzt.

  • Raumausfall: Poststelle nicht zugänglich.

  • Dienstleisterausfall: Scan-, Post- oder Paketpartner liefert nicht.

  • Gebäudezugang gestört: externe Zusteller können Übergabepunkt nicht erreichen.

Für jedes relevante Szenario sollte ein einfacher Fallback bestehen.

Manuellen Mindestprozess vorbereiten

Bei Ausfall des digitalen Eingangssystems kann beispielsweise ein begrenztes Papierregister für kritische Sendungen verwendet werden.

Nach Wiederherstellung werden die Vorgänge kontrolliert nacherfasst.

Wichtig ist, dass ein solcher Notprozess:

  • vorbereitet,

  • einfach,

  • bekannt ist.

Improvisierte Excel-Dateien auf privaten Laufwerken sind kein Notfallkonzept.

Ist die eigentliche Poststelle nicht erreichbar, benötigt der externe Zusteller gegebenenfalls einen vorher definierten Ersatzpunkt:

  • Empfang,

  • Security,

  • anderes Gebäude,

  • externe Schließfachlösung.

Die betreffenden Stellen müssen wissen, welche Aufgaben sie übernehmen.

Mögliche Alternativen bei technischem Ausfall können sein:

  • Online-Frankierung,

  • anderer Standort,

  • externe Filiale,

  • Kurierdienst,

  • vereinbarter Backup-Dienstleister.

Welche Lösung geeignet ist, hängt vom Sendungsaufkommen und der zeitlichen Kritikalität ab.

Wenn ein externer Anbieter digitale Eingangspost verarbeitet, sollte geregelt sein:

  • Wie wird Papier zwischengelagert?

  • Wie lange ist ein Ausfall tolerierbar?

  • Welche Sendungen werden intern priorisiert?

  • Wie erfolgt die spätere Abarbeitung?

Die vorhandene Hauptseite sieht externe Scandienstleister ausdrücklich als möglichen Bestandteil des Zielprozesses.

Backlog nach Wiederanlauf steuern

Nach einem Ausfall entsteht häufig ein Bearbeitungsstau.

Die Wiederaufnahme sollte daher priorisieren:

  1. Fristsachen,

  2. kritische Geschäftspost,

  3. normale Eingangspost,

  4. weniger zeitkritische Restbestände.

Notbetrieb regelmäßig testen

Ein Fallback, den niemand kennt, ist im Ernstfall wenig belastbar.

Kurze Übungen oder dokumentierte Tests können zeigen:

  • Sind Kontaktlisten aktuell?

  • Funktionieren alternative Systeme?

  • Sind Formulare verfügbar?

  • Kennen Vertretungen ihre Aufgabe?

Postlogistik als Teil der betrieblichen Resilienz

Business Continuity bedeutet für die Poststelle nicht, jede Komfortleistung vollständig aufrechtzuerhalten.

Das Ziel lautet:

Auch bei wesentlichen Ausfällen bleiben zeitkritische Ein- und Ausgangskommunikation, kritische Pakete und nachvollziehbare Übergaben beherrschbar.

Damit wird die Poststelle als Teil der Informations- und Betriebsresilienz des Unternehmens verstanden.