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Paketspitzen und temporäre Lagerkapazität

Facility Management: Postdienste » Packstation » Paketspitzen und Lagerkapazität

Paketlogistik auf Spitzen statt nur auf Durchschnittsmengen auslegen

Die Digitalisierung reduziert klassische Briefpost, während Paket- und Kuriersendungen für viele Unternehmen an Bedeutung gewinnen. Die vorhandene Ausführungsplanung beschreibt diesen Wandel ausdrücklich und fordert flexible Lagerbereiche sowie Paketstationen, die auf schwankende Sendungsmengen reagieren können.

Entscheidend ist dabei nicht allein die durchschnittliche Paketmenge. Poststellen geraten typischerweise dann unter Druck, wenn mehrere Faktoren gleichzeitig auftreten: saisonale Spitzen, Projekte, neue Hardware, geringe Anwesenheit der Empfänger oder verspätete Abholung.

Paketspitzen flexibel und sicher bewältigen

Ein geeignetes Mengengerüst unterscheidet beispielsweise:

  • durchschnittliche Pakete pro Tag,

  • typische Wochentage,

  • maximale Tagesmenge,

  • Größe und Gewicht,

  • interne beziehungsweise externe Empfänger,

  • durchschnittliche Liegedauer.

Dadurch lässt sich erkennen, ob das Problem tatsächlich im Sendungsvolumen oder eher in langsamer Abholung liegt.

Peak und Bestand auseinanderhalten

40 eingehende Pakete pro Tag erzeugen kaum Lagerbedarf, wenn sie innerhalb einer Stunde weiterverteilt werden.

Dieselbe Menge kann erhebliche Fläche benötigen, wenn Beschäftigte nur einmal pro Woche am Standort sind.

Wichtige Kennzahl ist deshalb zusätzlich:

gleichzeitig lagernder Paketbestand.

Diese Größe bestimmt Regale, Bodenfläche und Schließfachkapazität.

Typische Peak-Situationen können entstehen durch:

  • IT-Rollouts,

  • Büroausstattung,

  • Jahresendgeschäft,

  • Veranstaltungen,

  • Projektlieferungen,

  • saisonale private Bestellungen, soweit diese zugelassen sind.

Für vorhersehbare Spitzen sollten temporäre Flächen oder geänderte Abläufe vorbereitet werden.

Packstationen gezielt nutzen

Die bestehende Microsite verfügt bereits über eigene Seiten zur Packstation und ihrer Einrichtung.

Ihr besonderer Nutzen entsteht dort, wo die Poststelle nicht jedes Paket persönlich zustellen muss.

Ein geeignetes System kann:

  • Empfänger automatisch benachrichtigen,

  • Übergabe dokumentieren,

  • Abholung zeitlich entzerren,

  • Personalwege reduzieren.

Die Zahl der Fächer sollte jedoch nicht allein an der durchschnittlichen Paketmenge bemessen werden.

Überlagerung verhindern

Pakete, die über viele Tage nicht abgeholt werden, reduzieren die verfügbare Kapazität.

Daher sollten Regeln bestehen:

  • erste Benachrichtigung,

  • Erinnerung,

  • Eskalation,

  • Weiterleitung beziehungsweise Rücksendung.

Die Regelung muss mit den tatsächlichen Arbeits- und Anwesenheitsmodellen harmonieren.

Groß- und Sonderformate separat behandeln

Ein Paketautomat kann nicht jede Sendung aufnehmen.

Benötigt werden gegebenenfalls definierte Flächen für:

  • große Pakete,

  • Paletten,

  • sensible Lieferungen,

  • temperaturempfindliche Sendungen.

Die bestehende Ausführungsplanung berücksichtigt hierfür bereits flexible Lager- und gegebenenfalls klimatisierte Bereiche.

Flucht- und Verkehrswege freihalten

Spitzen dürfen nicht dazu führen, dass Pakete improvisiert in Verkehrs- oder Arbeitsbereichen gelagert werden.

Temporäre Überlaufkapazität sollte vorher bestimmt sein.

Geeignete Kennzahlen können sein:

  • Spitzenbestand,

  • durchschnittliche Lagerdauer,

  • Anteil belegter Fächer,

  • Zahl Überläufe,

  • durchschnittliche Abholzeit.

Damit wird früh sichtbar, wann Prozess oder Infrastruktur angepasst werden müssen.

Vom Paketlager zum dynamischen Kapazitätssystem

Die zentrale Planungsfrage lautet:

Wie viele Sendungen liegen zu Spitzenzeiten gleichzeitig bei uns – und wie können wir diese Menge sicher, ergonomisch und mit möglichst wenig manueller Zustellarbeit beherrschen?

Damit wird die Paketstelle belastbar gegenüber hybriden Arbeitsmodellen und schwankenden Logistikmengen.